Zweigeteiltes Fachwerkhaus - linke Haushälfte mit rotem Fachwerk und hellesn Gefachen, rechte Haushälfte mit hellgrauem Fachwerk. Das Gebäude hat ein rotes Ziegeldach und ist von Bäumen umgeben., © Petra Natzkowski

Armen- und Siechenhaus

steinernes Zeugnis spätmittelalterlicher Armenfürsorge

Das ehemalige Armen- und Siechenhaus in der Friedhofstraße zählt mit zu den ältesten erhaltenen Wohngebäuden im Stadtgebiet. Dendrochronologische Untersuchungen datieren die Entstehung des markanten Gebäudes mit seinem mächtigen Halbwalmdach auf das Jahr 1531. Errichtet wurde es vermutlich im Auftrag von Schenk Wilhelm von Limpurg.

charakteristische Einzellage vor den Toren der Stadt

Aufgrund seiner ursprünglichen Funktion als Isolierstation für Menschen mit hochansteckenden Krankheiten wie Aussatz oder Pest wurde das Gebäude bewusst weit außerhalb der damaligen Residenzstadt erbaut. Aus Angst vor einer herannahenden Cholera-Epidemie erfuhr das Haus im Jahr 1833 eine bauliche Erweiterung nach Norden.

Keimzelle der Gesundheitsfürsorge

Das Gebäude markiert die historische Keimzelle der lokalen Gesundheitsfürsorge, ehe im Jahr 1864 in Gaildorf ein erstes kleines Krankenhaus in einem ehemaligen Wohnhaus eingerichtet wurde. Das historische Siechenhaus verlor daraufhin seine medizinische Funktion. Bis 2004 diente das Gebäude als städtisches Wohnhaus und war zuletzt völlig heruntergekommen. Bereits im Jahr 1982 wurde das markante Bauwerk offiziell als Kulturdenkmal eingetragen. Nach einer umfassenden, privaten Sanierung ist das geschützte Gebäude heute ein lebendiges Zeugnis der spätmittelalterlichen Sozialgeschichte.

Lage & Kontakt

Armen- und Siechenhaus
Friedhofstraße 65
74405 Gaildorf

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