Beutwangsee Nürtingen-Neckarhausen
Der Beutwangsee war früher einmal ein sogenannter Baggersee, der durch den Abbau von Kies und Sand entstanden ist. In dieser Zeit durfte man den See auch zum Baden nutzen, und er war ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende aus der Umgebung. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Wassertiefe sowie der damit verbundenen ökologischen und sicherheitsrelevanten Aspekte wurde das Baden im Beutwangsee jedoch später untersagt. Was auf den ersten Blick wie ein Verlust wirken mag, entpuppte sich im Laufe der Jahre als großer Gewinn für die Natur.
Denn gerade durch das Badeverbot und die zunehmende Renaturierung entwickelte sich rund um den Beutwangsee eine außergewöhnliche Ruhe und Ursprünglichkeit. Heute herrscht dort Idylle pur: Weite Wiesen, Schilfgürtel und naturnahe Uferbereiche prägen das Landschaftsbild und laden zum Verweilen, Beobachten und Durchatmen ein. Nicht ohne Grund führt der beliebte Neckartal-Radweg direkt an diesem Naturjuwel vorbei und bietet Radfahrerinnen und Radfahrern einen besonders reizvollen Abschnitt mit herrlichen Ausblicken.
Neben dem Neckar, der gemächlich durch das Tal fließt, plätschert auf der gegenüberliegenden Uferseite auch die Autmut und trägt zur besonderen Atmosphäre dieses Gebiets bei. Das Zusammenspiel von Wasser, Auenlandschaft und Vegetation macht den Beutwangsee zu einem wertvollen Rückzugsort für zahlreiche Tierarten. Füchse streifen durch das Gebiet, Biber hinterlassen ihre typischen Spuren an Bäumen und Ufern, und verschiedene Fischarten finden hier geeignete Lebensräume. Selbst eher ungewöhnliche Bewohner wie Wollschweine sind in dem angrenzenden Naturschutzgebiet anzutreffen und tragen zur landschaftlichen Pflege bei.
So ist der Beutwangsee heute weniger ein Ort für Badegäste, sondern vielmehr ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich Natur entfalten kann, wenn man ihr Raum und Zeit lässt.


