Der Melacturm auf dem Ailenberg
Der Turm stellt landschaftliches und kulturgeschichtliches Kleinod dar. Noch heute sind rund um den Turm die ursprünglichen Weinbergterrasen aus dem späten 13 Jahrhundert zu sehen. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über das Neckartal.
Der Turm wurde 1574 durch den Maurer Michael Fladenesser und den Zimmermann Jacob West errichtet. Ursprünglich diente er als Wartturm zur Beobachtung des Neckartals und der württembergischen Stammburg auf dem Rothenberg. Seinen Namen verdankt der Turm dem französischen General Ézéchiel de Mélac, dessen Feldzüge im späten 17. Jahrhundert die Region prägten. Mit dieser Zeit ist auch die bekannte Sage vom „Mädchen von Esslingen” verbunden. Demnach soll Mélac auf dem Ailenberg sein Lager aufgeschlagen haben, um Esslingen zu belagern. Die Stadt soll nur durch die mutige Tat eines Esslinger Mädchens gerettet worden sein, das den General im Turm erstach, woraufhin die französischen Truppen abzogen.Alte Esslinger nennen den Turm auch Schlurgerturm”. Der Schlurger ist ein guter Geist, der, nach Erzählungen der Winzer, seit Jahrhunderten im Turm lebe. Er "schlurgt" allnächtlich durch die Weinberge, um sie zu hüten. Sein Wirken gilt als gutes Zeichen für eine gelingende Ernte.
Der Ailenberg kann von Esslingen aus über die Weinberge oder von der S-Bahnstation Obertürkheim erwandert werden.
