Eckturm der Stadtmauer
Eckturm an der Nordwestecke der Gaildorfer Stadtmauer
Der auch als „Bürgerturm“ bezeichnete Eckturm an der Nordwestecke der Gaildorfer Stadtmauer wurde im Jahr 1520 erbaut und stellte eine spätere Ergänzung der ursprünglichen Stadtbefestigung dar. Diese war zwischen 1404 und 1480 als geschlossener Mauerring mit Wehrgang, Ecktürmen und drei Stadttoren errichtet worden. Mit dem Bau des Turms im Jahr 1520 wurde die Befestigung um einen vierten Eckturm erweitert.
Ursprünglich besaß der Turm eine Höhe von 10 bis 12 Metern. Auf dem steinernen Fundament war ein hölzerner Aufbau angebracht. Im Inneren bot er Platz für das Wachpersonal und diente zeitweise auch als städtisches Gefängnis, wobei er zu diesem Zweck eigens mit zwei Gefängniszellen ausgestattet war.
sichtbares Zeugnis der historischen Wehranlage
Im Jahr 1790 wurde der hölzerne Aufbau abgerissen, sodass nur noch das steinerne Fundament erhalten blieb. Während die meisten Elemente der Stadtbefestigung – darunter die drei Stadttore und die anderen Ecktürme – im 19. Jahrhundert im Zuge der Stadterweiterung abgebrochen wurden, blieb dieser Turmstumpf als einziges sichtbares Zeugnis der historischen Wehranlage erhalten. Heute ist er zusammen mit dem angrenzenden Mauerstück entlang der Mauerstraße in die Wohnhäuser integriert.
