Justinus Kerner und das "Alte Bräuhaus"
Hotel-Restaurant auf historischem Boden
Das Alte Bräuhaus in Gaildorf blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das nach einer umfassenden Neugestaltung wiedereröffnete Hotel-Restaurant steht auf historischem Boden; der aufwändig restaurierte Gewölbekeller bildet das letzte erhaltene Fundament des Ursprungsbaus.
Wohnung für Familie Kerner
Für die Stadtgeschichte ist dieser Ort eng mit dem Dichter und Mediziner Justinus Kerner verknüpft. Während seiner Zeit als Oberamtsarzt zog er im Frühjahr 1816 mit Ehefrau Friederike und Tochter Marie in das damalige Gebäude an der Ostseite des Alten Schlosses. Ein trautes Heim wurde es jedoch nie: Das Haus war Gemeinschaftseigentum des Fürsten Solms-Braunfels sowie der Grafen Waldeck und Pückler. Der Vermieter verpflichtete die Familie, an Jahrmärkten und Volksfesten den Großteil ihrer Wohnung auszuräumen, damit dieser als öffentlicher Tanzboden genutzt werden konnte. Familie Kerner zog bereits 1817 wieder aus. Das Gebäude wurde danach zur gräflichen Bierbrauerei samt Gartenwirtschaft – dem „Bräuhaus“.
Württembergische Landeshymne
In seine Gaildorfer Jahre fällt auch Kerners bekanntestes Werk: 1818 verfasste er das Gedicht „Der reichste Fürst“. Die vertonten Zeilen „Preisend mit viel schönen Reden“ wurden zum Text der inoffiziellen württembergischen Hymne. Ob er die Strophen noch in diesem Haus oder eher erst nach seinem Auszug niederschrieb, bleibt offen – fest steht, dass das Bräuhaus ein lebendiges Zeugnis seiner Gaildorfer Jahre ist.

