Kochersteg
160 Jahre Brückengeschichte
Wer heute am Brandenburger Törle steht, blickt auf eine markante, überdachte Holzdachbrücke. Dieser Übergang markiert den vorläufigen Endpunkt einer über 160-jährigen Brückengeschichte an genau dieser Stelle, die eng mit der Gaildorfer Stadtentwicklung verwoben ist.
Das Ende der Holzflößerei nach Hall
Bis um 1860 gab es im Stadtgebiet lediglich die steinerne Kocherbrücke mit ihren hohen steinernen Bögen. Diese Konstruktion war eine Notwendigkeit der damaligen Zeit: Jahrhundertelang bestimmte die Flößerei das Bild am Fluss. Die mächtigen Bögen waren hoch genug gebaut, damit die Holzstämme selbst bei dem dafür nötigen hohen Wasserstand ungehindert unter der Brücke hindurchtreiben konnten. Niedrigere Stege hätten ein unüberwindbares Hindernis dargestellt.
Erst nach dem Ende der Flößerei entstand um 1860 der erste hölzerne Fußgängersteg zwischen dem Törle und den Bleichwiesen. Dieser erwies sich jedoch bald als zu anfällig für Witterung und Hochwasser. Im Jahr 1898 wurde der Holzsteg daher durch eine stabile Eisenkonstruktion ersetzt. Dieser neue Eisensteg besaß einen festlichen Hintergrund, denn er wurde anlässlich der Hochzeit von Graf Gottfried von Pückler-Limpurg mit Adele von Hohenlohe-Ingelfingen eingeweiht.
Hochwasserschutz und Holzdachbrücke
Das Ende des eisernen Stegs kam mit dem modernen Hochwasserschutz. In den 1970er und 1980er Jahren wurde der Kocherdamm massiv erhöht. Da der alte Eisensteg zu tief lag und nicht an die neue Dammkrone angepasst werden konnte, wurde er abgerissen. Als Ersatz entstand Anfang der 1980er Jahre die heutige Holzdachbrücke. Ihre Überdachung schützt das Tragwerk vor Verwitterung und verbindet die Kernstadt bis heute mit den Wohn- und Sportanlagen auf dem nördlichen Kocherufer
