Marktplatz und erstes Rathaus
Marktplatz
Der Gaildorfer Marktplatz bildet seit Jahrhunderten das historische Zentrum der Schenkenstadt. Seine heutige, weitläufige Gestalt verdankt der Platz einem tragischen Ereignis: dem verheerenden Stadtbrand von 1868. Vor dieser Katastrophe war die Altstadt von einer engen, mittelalterlichen Struktur geprägt. Beim Wiederaufbau entschied man sich bewusst gegen die alte Enge. Die Häuser in der vordersten Reihe an der Westseite des Platzes wurden abgerissen oder nicht wieder aufgebaut, wodurch die Fläche erheblich geweitet wurde.
erstes Rathaus
Ein markantes Element im alten Stadtbild ist war schon vor dem Stadtbrand verschwunden: das erste Gaildorfer Rathaus. Es wurde kurz nach der Stadterhebung im Jahr 1404 erbaut und stand als freistehendes, dreistöckiges Gebäude - vor dem heutigen Gebäude Karlstraße 2 - auf dem ursprünglichen Platz. Das Bauwerk spiegelte das pragmatische Stadtleben wider. Im Erdgeschoss befanden sich das städtische Schlachthaus sowie die Feuerspritze. Das mittlere Stockwerk diente bei besonderen Gelegenheiten als Kaufhaus, während im Obergeschoss der Bürgermeister und der Stadtschreiber arbeiteten. Wegen starker Baufälligkeit wurde dieses Gebäude 1814 abgebrochen.
Wie durch ein Wunder überstand das 1813 bezogene Nachfolgegebäude – das heutige Alte Rathaus an der Südseite des Marktplatzes – den großen Brand von 1868 unbeschadet und bewahrt bis heute den historischen Charme des Platzes.
Quer über den Marktplatz verläuft der 49. Breitengrad.
