Stadtmauer an der Grabenstraße - Die historische Stadtmauer in Gaildorf zeigt einen Torbogen und kleine Fenster. Die Mauer besteht aus grobem Stein und ist von einem Gebäude überdacht., © Petra Natzkowski
Historische Gebäude und ein Baum im Vordergrund. Die Außenmauern der Häuser zeigen Reste der alten Stadtmauer., © Petra Natzkowski
Stadtmauer und ehemaliger Wachturm in der Grabenstraße - Gelbes Haus an der Straße. Die Außenwand des Erdgeschoss ist die alte Stadtmauer. Sie besteht aus großen gemauerten Steinen und ist mit Efeu bewachsen. Der Himmel ist leicht bewölkt., © Petra Natzkowski
Stadtmauer an der Mauerstraße - Historische Stadtmauer in Gaildorf, flankiert von Fachwerkhäusern und einem gepflasterten Gehweg. Ein blauer Himmel mit Wolken bildet den Hintergrund., © Petra Natzkowski
Historischer Stadtplan von Gaildorf aus dem Jahr 1831, auf dem der Verlauf der Stadtmauer zu erkennen ist. An der nördlichen Stadtgrenze fließt der Kocher., © Stadtarchiv Gaildorf

Stadtmauer

Gaildorfs Stadtmauer: Schutz vor äußeren Bedrohungen

Mit der Verleihung der Stadtrechte durch König Ruprecht im Jahr 1404 begann Schenk Friedrich III. umgehend mit dem Bau einer Stadtmauer. Unter ihm und seinen Nachfolgern entstand so zwischen 1404 und 1480 eine wehrhafte Befestigungsanlage, die Gaildorf vor äußeren Bedrohungen schützen sollte. Die Mauer umschloss das neu angelegte „untere“ Stadtgebiet, während das ältere „obere“ Dorf südöstlich des Alten Schlosses von der Mauer ungeschützt blieb.

Vier Ecktürme und drei Stadttore

Die Anlage bestand aus einem geschlossenen Mauerring mit Wehrgang, vier Ecktürmen und drei Stadttoren. Das „Obere Tor“ befand sich in der Hauptstraße (heute: Karlstraße), das „Untere Tor“ an der Kocherbrücke. Das dritte Tor in der „Mittleren Gasse“ (heute: Bahnhofsstraße) existierte nur für wenige Jahre. Da es nur wenig genutzt wurde, mauerte man es bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert wieder komplett zu. Auf diese Weise sparte die Stadt wertvolles Wachpersonal ein.

Stumme Zeugen der Geschichte

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts verlor die Stadtmauer ihre Bedeutung: Die Bevölkerung Gaildorfs wuchs und das ummauerte Gebiet wurde zu eng. Nach und nach wurden Teile der Befestigung abgetragen. Heute erinnern nur noch vereinzelte Fragmente an die einstige Wehrhaftigkeit der Stadt:

  • Grabenstraße (mit Durchgang zum ehemaligen Burghof): In dem Gebäude auf der Mauer befand sich früher die Vogtei. Heute ist in diesen Räumen die Stadtbücherei untergebracht.
  • Kanzleistraße: Im Hof hinter dem Alten Rathaus wurden Wohnhäuser direkt in die Stadtmauer integriert.
  • Mauerstraße: Entlang der Mauerstraße sind noch etliche Überreste der ehemaligen Stadtmauer zu sehen. Der Eckturm, das sogenannte „Brandenburger Törle“ und das dazwischen liegende Mauerstück, lassen erahnen, wie die Stadtbefestigung früher ausgesehen hat.

Lage & Kontakt

Stadtmauer - ehemalige Gaildorfer Stadtbefestigung
Grabenstraße, Karlstraße, Kanzleistraße, Schulstraße, Mauerstraße, Kirchstraße
74405 Gaildorf

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