Rathmann • „Die Goldenen Zwanziger“-Tour 2026
- Location:
- Kulturhaus Schwanen, Winnender Straße 4, 71334 Waiblingen
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, macht die „Die Goldenen Zwanziger“-Tour 2026 von Rathmann Station im Kulturhaus Schwanen Waiblingen. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Die Band bringt einen dunklen, ungeschliffenen Gitarren-Indie-Pop auf die Bühne, der Melancholie, Druck und Romantik nicht gegeneinander ausspielt, sondern nebeneinander stehen lässt. Den Abend eröffnet Lehner, deren Sound zwischen Indie, Rock, Punk und Rap pendelt und dem Konzert schon früh eine nervöse, aufgeladene Energie gibt. Veranstalter ist das Kulturhaus Schwanen.
Rathmann interessieren sich nicht für die glatte Geste. Ihre Songs kommen aus einer Gegenwart, in der Menschen aus dem Tritt geraten, Beziehungen kippen, Zukunft eher als Frage denn als Versprechen auftaucht und sich zwischen Überforderung und Aufbruch dieses merkwürdige Lebensgefühl der eigenen Zwanziger festsetzt. Auf dem im Herbst 2026 erscheinenden Debütalbum „Die Goldenen Zwanziger“ verdichtet die Band diese Stimmung zu einem Sound, der räumlich und rau bleibt, aber zugleich eingängig ist. Da sind Indierock und Folk, ein Schatten von Hamburger Schule, etwas Leonard Cohen, etwas Big Thief, auch ein Hauch Italo-Western im Titeltrack — aber vor allem ist da eine Band, die ihren Referenzen nicht hinterherläuft, sondern daraus eine eigene Temperatur entwickelt. Die erste Single „Wenn alles vorbei ist“, die am 20. Februar 2026 erscheint, gibt davon einen ersten Eindruck: ein Song, der Müdigkeit, Sehnsucht und Trotz in ein Verhältnis setzt, das lange nachhallt.
Dass dieser Abend mehr wird als ein klassisches Headliner-plus-Support-Format, liegt auch an Lehner. Die Band aus dem Raum Stuttgart/Karlsruhe bringt eine andere Art von Unruhe mit: direkter, schroffer, manchmal fast brüllend, dann wieder im nächsten Moment ganz nah am Flüstern. Ihre Stücke arbeiten mit treibenden Beats, klirrenden Gitarren und Melodien, die nie geschniegelt wirken. Dazu kommen Texte, die zwischen Selbstzweifel, Ekstase, Frust und Übermut pendeln und gerade deshalb nicht geschniegelt klingen, sondern nach gelebter Gegenwart. Pop schiebt hier gegen Post-Punk, Rock gegen Rap, Dilettantismus gegen Können — und aus dieser Reibung entsteht eine Wucht, die Lehner nicht bloß zur Vorband macht, sondern zu einem Auftakt mit eigener Farbe.
Gerade darin liegt der Reiz dieses Konzertabends: Rathmann und Lehner teilen ein Gespür für Brüche, Dynamik und Songs, die lieber etwas offenlassen, als vorschnell Antworten zu liefern.
Die einen arbeiten stärker mit Atmosphäre, innerer Bewegung und dunkler Schönheit; die anderen mit Druck, Kante und einem Zugriff, der auch Lärm zulässt.
